Vita

Ulrike Schwab ist Musiktheater-Regisseurin und Sopranistin. Sie studierte Operngesang und Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, wo sie sich früh mit der Suche nach neuer Form und Sprache im Musiktheater beschäftigte. Nach ihrem Hochschulabschluss widmete sie sich vermehrt dem Grenzbereich zwischen Oper, Schauspiel und Performance. Engagements führten sie u.a. an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Deutsche Oper Berlin, die Sophiensaele, auf Kampnagel in Hamburg. Auch mit der Neuköllner Oper verbindet sie eine kontinuierliche Zusammenarbeit, auf deren Bühne sie in bereits fünf Produktionen als Sopranistin zu erleben war.
Als Regisseurin inszenierte Ulrike Schwab Verdis RIGOLETTO an der Schlossoper Haldenstein in Chur, realisierte ihren Musiktheaterabend LA COMMEDIA È FINITA frei nach Donizettis Oper Don Pasquale auf dem RAW-Gelände in Berlin und inszenierte im Rahmen der „Neuen Szenen“ die Uraufführung TAKO TSUBO von Malte Giesen in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin.
Für die Neuköllner Oper Berlin entwickelte sie eine eigene Fassung der Oper ARMIDA von Gluck, und  brachte hier ihre viel beachteten Inszenierungen von GIOVANNI. EINE PASSION, WOLFSKINDER und IST DIE WELT AUCH NOCH SO SCHÖN zur Uraufführung.
Im Radialsystem V führte Ulrike Schwab Regie bei der Uraufführung von WHOLE BODY LIKE GONE. 2019 war ihre Inszenierung von DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN nach Sergej Prokofjew in der Werkstatt der Staatsoper Unter den Linden zu sehen. Zum dortigen Kinderopernhaus Unter den Linden wird sie in der kommenden Spielzeit mit einer eigenen Fassung von Richard Wagners LOHENGRIN zurückkehren.

Regie

GIOVANNI. EINE PASSION
nach Wolfgang Amadeus Mozart
Neuköllner Oper Berlin / STEGREIF.orchester
Premiere 10. Oktober 2019
Wiederaufnahme: Januar 2021

DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN
nach Sergej Prokofjew
Staatsoper Unter den Linden
Produktion des Kinderopernhauses Berlin
Premiere 31. Mai 2019

IST DIE WELT AUCH NOCH SO SCHÖN
Eine Einsamkeitsstudie von Ulrike Schwab und Juliane Stadelmann
mit Musik aus Paul Linckes Frau Luna
Neuköllner Oper Berlin
Premiere 9. Mai 2019

WOLFSKINDER
Musiktheater für Erwachsene nach Humperdincks „Hänsel und Gretel“
Neuköllner Oper Berlin 2018/2020
Wiederaufnahme: Oktober 2020

WHOLE BODY LIKE GONE
Ein Musiktheater mit dem Zafraan Ensemble und Kompositionen von Evan Gardner
Radialsystem V Berlin 2018

TAKO TSUBO
Kammeroper von Malte Giesen
Tischlerei der Deutschen Oper Berlin 2017

ARMIDA
Ein Feature nach der Oper von Christoph W. Gluck
Neuköllner Oper Berlin 2016

LA COMMEDIA È FINITA
Ein Spiel frei nach Donizettis Oper „Don Pasquale“
Ambulatorium Theater RAW-Gelände Berlin 2015

DIE KINDER nach „Idomeneo“ von Wolfgang Amadeus Mozart
HfM „Hanns Eisler“ Berlin 2015

RIGOLETTO
Oper von Giuseppe Verdi
Schlossoper Haldenstein, Chur 2013

 

Vorschau:

LOHENGRIN!
nach Richard Wagner
Staatsoper Unter den Linden
Produktion des Kinderopernhauses Berlin
Premiere 22. Mai 2021

 

 

 

Sopran

IM WEISSEN RÖSSL AM CENTRAL PARK – In schlechtem Deutsch und ebensolchem Englisch
Hörspiel von Johannes Müller und Philine Rinnert
19. – 21. Juni 2020, Sophiensaele Berlin

Rosabelverde/Candida/Rosenschön in KLEIN ZACHES, GENANNT ZINNOBER (Coppelius/Thomas Rimes), Musiktheater im Revier Gelsenkirchen 2015/2016/2018

Marzelline in FIDELIO – EIN DEUTSCHER ALBTRAUM IN VIER FOLGEN: GOLD
Musiktheaterkollektiv Hauen und Stechen
BAM! – BERLINER FESTIVAL FÜR AKTUELLES MUSIKTHEATER
Sophiensaele Berlin September 2018

Sopran in DIE BÖSE MIENE ZUM GUTEN SPIEL – EINE HEIDNISCHE MATTHÄUSPASSION (nach Johann Sebastian Bach), Musiktheaterkollektiv Hauen und Stechen, Galerina Steiner Berlin 2016

Anna in GOLEM (Nicolai Bretan), Deutsche Erstaufführung, Neuköllner Oper Berlin 2015

Uschi in EXIT PARADISE (Arash Safaian), Neuköllner Oper Berlin 2014/2015

Lulu/Sopran in LULU/NANA (nach Frank Wedekind, Alban Berg und Jean-Luc Godard), Sophiensaele Berlin / Schwere Reiter München 2014/2015

Eva in SCHWINDEL (Julia Lwowski/Yassu Yabara), Neuköllner Oper Berlin 2014

Lilia in HERCULANUM (nach Felicien David), Sophiensaele Berlin 2013

Iolanthe in IOLANTHE (nach Pjotr I. Tschaikowski) , Ballhaus Ost Berlin 2012

La Musica / Euridice in ORFEO (Claudio Monteverdi), Hebbeltheater am Ufer Berlin 2012

Michaëla in CARMEN (nach Georges Bizet), Theater Rampe Stuttgart 2011

Miranda in DREAMDOLLS (Maria M. Ludewig), Kampnagel / Uebel&Gefährlich Hamburg 2010

Isolde in TRISTAN UND ISOLDE, ISOLDE, ISOLDE (nach Richard Wagner) Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz / Prater Berlin 2009

Drusilla in L´INCORONAZIONE DI POPPEA (Claudio Monteverdi), HfM „Hanns Eisler” Berlin 2009

Bürgerin in DAS TRAUMFRESSERCHEN (Wilfried Hiller), Deutsche Oper Berlin 2008

Blumenmädchen/Kundry in MITLEID! (nach „Parsifal“ von Richard Wagner), Neuköllner Oper Berlin 2008

Frau/Sie in WACHSFIGURENKABINETT (Karl A. Hartmann), Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin 2007

Musetta in LA BOHÈME (Giacomo Puccini), HfM „Hanns Eisler“ Berlin 2004

Eindrücke: Inszenierungen
GIOVANNI. EINE PASSION

„Was für ein verrückter Abend! Unbotmäßig und aberwitzig ist er, irritierend, inspirierend, intrikat, frech, voller Fantasie, Furor und Finesse. Kurz: ein Abend wie ein Rausch, der vorüberfliegt. Oder auch wie die Reise durch eine Matrix, aus der es definitiv kein Entrinnen gibt. Gespielt, getanzt (und gerannt) wird Mozarts «Don Giovanni». Aber dieser Gefühlsvergifter hat seinen Adelstitel eingebüßt: «Giovanni. Eine Passion» nennt sich die Produktion an der kleinen Neuköllner Oper zu Berlin, in Szene gesetzt von Ulrike Schwab, musikalisch einstudiert von Juri de Marco und Anna-Sophie Brüning, mit Sängern und Instrumentalisten, die aber weit mehr sind. Sie sind die Protagonisten einer dekonstruktivistischen, theatralisch überwältigenden Übung in menschlicher Leidenschaft und in menschlichem Leiden. Passion meint ja beides. Leiden und Leidenschaft, je nachdem. Ulrike Schwab, die Gesangssolisten und die rund 20 Musiker des STEGREIF.orchesters vermählen beide Begriffe. Immer wohnt die Leidenschaft im Leiden, das Leiden in der Leidenschaft. Beides ist nicht voneinander zu trennen. Wie auch das Leben nicht vom Tod zu trennen ist. Das Eine bedingt das Andere. Und das von Anfang an.“ – OPERNWELT Dezember 2019


  

„An der Neuköllner Oper in Berlin inszeniert Ulrike Schwab „Giovanni – eine Passion“ eigenwillig und mit großer Lust an der Kritik am Patriarchat. (…)
Unbeholfene Schritte durch Erde, verwirrte Blicke, leicht gestresstes Gedrängel. Ein Spalier aus Menschen in prunkvollen weißen Gewändern, einige halten Kerzen in den Händen. Befand man sich eben noch auf dem Weg in die Oper, findet man sich plötzlich in einer Prozession wieder.
Ein paar Minuten später weiß man: Es ist die Szene einer Beerdigung, und so unsicher, wie man in diese Totenfeier hinein­gestolpert ist, wohnt man ihr die ersten Minuten bei. Wer wird hier überhaupt zu Grabe getragen? (…)
Ein starkes Bild – der lamentierende Don Giovanni auf der einen, stolz aufgereihte, wütende, verzweifelte Frauen auf der anderen Seite. Ist Don Giovanni in dieser Oper zwangsläufig der alles entscheidende Dreh- und Angelpunkt? In der Berliner Inszenierung mit über zwanzig talentierten Menschen auf einer kleinen Bühne ist Don Giovanni einer von vielen. Auf der Suche nach der Widersprüchlichkeit der Figur wird er doppelt besetzt, in vielen Szenen verschwindet er ganz aus dem Blick der Zuschauenden. Das ist einer der genialen Kniffe dieser Adaption. Keineswegs schmälert es die künstlerische Leistung der Don-Giovanni-Darsteller. Doch das Ensemble schafft es, dass an diesem Abend alle Spielenden nahezu hierarchiefrei die Stars sind – ob an der Violine, am Kontrabass oder in den gesungenen Soli.
Es ist ein Wagnis, die italienischen Opernparts durch verschiedene Sprachen, Musikgenres oder popkulturelle Referenzen aufzubrechen (…), dem Ensemble der Neuköllner Oper und dem Stegreif Orchester gelingt diese Verquickung, ohne Mozarts Werk abzuschwächen oder an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Vielmehr schaffen sie gelungene Irrita­tionsmomente und holen das Publikum immer wieder aus der eigenen Wohlfühlzone raus.
Trotz Schwere und Trauer ist das Stück im Gesamtblick ekstatisch und unfassbar sexy – in der Musik, im Tanz, im Gesang, in den Bildern.“ – TAZ Oktober 2019




„Die Giovanni-Passion ist eine unkonventionelle Mischung aus Totenfeier und Karnevalstaumel, Prozession und Stierkampf, Brauchtum und Oper. Eine starke, immer wieder auch traditionelle Geschlechterrollen in Frage stellende Auseinandersetzung mit dem Assoziationsraum „Don Giovanni“. (…) Für das Publikum ist diese respektlos-kreative, barrierelose Expedition in die Alchemie des Mythos Don Juan und den Zauber der Mozartoper – aus dem Hier und Heute und jenseits elitärer hochkultureller Ansprüche – eine animierende Annäherung an ein geradezu prometheisches Opern-Denkmal.“ – DEUTSCHLANDFUNK Oktober 2019

DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN

„In Ulrike Schwabs überaus lebendiger Inszenierung spielen häufig mehrere Kinder zusammen und gleichzeitig eine Rolle. (…) Unter der musikalischen Leitung von Uwe Sochaszewski singen die 22 Neun- bis Dreizehnjährigen nach Leibeskräften und agieren dazu äußerst bewegt und mit beachtlicher Mimik. Und sie greifen bisweilen auch zu den von ihnen erlernten Instrumenten, um – mit der Orchesterformation wetteifernd – Prokofjews berühmten Marsch zu intonieren. Wie im Original, wird auch hier im Prolog über die diversen Kunstrichtungen des Theaters gestritten. Hier ist es der lebende Vorhang von Orangen schleckenden Kindern mit ihren musikalisch noch unbegleiteten Meinungen über die grausamen Opernhandlungen, die Vorzüge von Komik oder Tragik, und immer wieder getragen von der Sehnsucht nach der „großen Bühne“. (…) Das mit Blumenbefeuchtern nass gespritzte und mit Ventilatoren gekühlte Publikum nimmt diesen Service am zweiten, heißen Vorstellungsabend dankbar in Kauf. Am Ende dann viel Begeisterung auf der Tribüne. – NMZ Juni 2019



„Im Alten Orchesterprobensaal der Staatsoper gibt es bei der verknappten Version von Sergej Prokofiews Oper durchaus auch erwachsene Darsteller, wie zum Beispiel den traurig-kranken Prinzen. Doch auch er wird zu Beginn bereits von einem kindlichen Double aus dem Ensemble des Kinderopernhauses begleitet – eine meisterlich suggestive Idee der Regisseurin Ulrike Schwab, die zeigt, wie sehr der Wille, mit Kindern aktiv Oper zu entwickeln, künstlerische Inspirationen hervorbringt. Alles ist aus diesem Willen geboren.“ – BERLINER MORGENPOST Juni 2019

WOLFSKINDER 

„Triumph an der Neuköllner Oper: Ulrike Schwab inszeniert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ unter dem Titel „Wolfskinder“. Es ist die beste Produktion des Hauses seit Jahren. Unbedingt hingehen! (…) Die Zuschauer werden Zeuge einer kleinen Sensation. Die Neuköllner Oper macht sich selbst, verspätet, das schönste Geschenk zum 40-jährigen Bestehen, und hievt ihre – mindestens – beste Produktion der letzten zehn Jahre auf die Bühne. Unter dem Titel  „Wolfskinder“ erzählt Regisseurin Ulrike Schwab „Hänsel und Gretel“ neu, verschränkt mit der Geschichte der sogenannten Wolfskinder. (…) Was den Abend spektakulär macht, ist Schwabs Umgang mit den beiden Stoffkreisen, dem Märchen und den historischen Fakten. Hunger, Wald, Angst, Einsamkeit, es gibt zahlreiche Anknüpfungspunkte. In pausenlosen 90 Minuten ereignet sich ein Musiktheaterwunder. Nichts wird dem anderen aufgepfropft, nichts mit dem Brecheisen auf eine andere Ebene gehoben. Alles passiert völlig natürlich, wie selbstverständlich, aus dem Stück heraus, kunstvoll verfugt. (…) Regisseurin Ulrike Schwab war zuletzt bei den „Neuen Szenen“ in der Tischlerei der Deutschen Oper dabei, im März wird sie im Radialsystem inszenieren. Nach dieser Produktion will man mehr von ihr sehen. Langer Jubel, frenetischer Applaus, wie man ihn noch nie in der Neuköllner Oper gehört hat. Nach diesem Abend wird man wahrscheinlich „Hänsel und Gretel“ nie wieder konventionell runtererzählt sehen können. Es gibt nur ein Wort, das dafür angemessen ist: Hingehen!“
– TAGESSPIEGEL Januar 2018

„(…) Eine Produktion, die das Prädikat «unbedingt anschauenswert» verdient. «Wolfskinder» heisst der Abend der jungen Regisseurin Ulrike Schwab. Wenn das Licht angeht, beginnt die Ballade schöpferischer Fantasie. (…) Man kann „Hänsel und Gretel“ so erzählen. Nein: Man muss die Geschichte so erzählen, will man sich mit jener traurigen Realität namens Krieg beschäftigen. Das Stück bietet sich dafür an. Schwab, ihre Dramaturgin Marion Meyer (sie haben gemeinsam die Fassung geschrieben), Bühnenbildnerin Rebekka Dornhege-Reyes, der musikalische Leiter Markus Syperek und die sieben „Wolfskinder“ haben es für uns in einer Art und Weise neu erzählt, die vom Sieg der (musikalischen) Poesie über die Sprachlosigkeit und von der übernatürlichen Wirkung der Musik künden. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk konnte sich die Neuköllner Oper kaum machen.“ – OPERNWELT März 2018

„Ein starker Abend über den Verlust von Heimat, mit einem Ensemble zum Niederknien. (…) Momente einzelner Fluchtgeschichten verschränkt die Regisseurin Ulrike Schwab mit Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“. (…) Mit leiser Wucht verweben sich die beiden Motive zu einem bis in die letzte Nuance stimmigen Ganzen. In sich immer wieder auflösenden Konstellationen entsteht ein Mosaik aus Familien­leben, Kinderidyll und Einsamkeit, das weit über den historischen Aspekt hinausgeht. (…) Ein berührendes Musik­theater-Juwel.“ – ZITTY Februar 2018

„Hänsel und Gretel beziehungsweise die Wolfskinder, das sind hier sieben junge Frauen, die die oft unveränderten Lieder aus der Oper in wechselnden Rollen singen und dazu verschiedene Instrumente spielen. Das Ganze mit so erfrischender ergreifender Intensität – das es oft anrührend und nie aufgesetzt wirkt. (…) Und schließlich braucht es nicht mehr als einige englische Sprachfetzen, aus denen man in einer Szene Fluchtgeschichten syrischer Kinder heraushört um klarzumachen, dass das hier mehr ist als die Geschichte der Wolfskinder, mehr als das grausame Realität gewordene Märchen von Hänsel und Gretel. Vielmehr erzählt uns dieser Musiktheaterabend von der furchtbaren Zeitlosigkeit solcher Wolfskindergeschichten – so einfach wie eindringlich.“ – INFORADIO Januar 2018

„Mit Ulrike Schwabs Inszenierung »Wolfskinder« übertrifft die Neuköllner Oper sich selbst.  (…) Einfach fantastisch! Nicht übermäßig oft verlässt man ein Theater mit einem solch starken Eindruck. Was die Neuköllner Oper da auf die Bühne bringt, ist außergewöhnlich gut gelungen. »Wolfskinder« heißt das Opern-Zauberwerk, das das Leiden von Kindern und Jugendlichen auf der Flucht aus Ostpreußen nach dem Zweiten Weltkrieg thematisiert. In den 90 Minuten Spielzeit ist man jede Sekunde gebannt vom Geschehen auf der Bühne, von den Gesprächen, vom Gesang, vom Inhalt. Ulrike Schwab inszenierte hier ihre ganz eigene Fassung von Engelbert Humperdincks Oper »Hänsel und Gretel«.“ –NEUES DEUTSCHLAND Januar 2018

 

Rigoletto

„Der Schlossoper Haldenstein ist mit der «Rigoletto»-Inszenierung ein grosser Wurf gelungen. (…) In der Haldensteiner Inszenierung (Ulrike Schwab) wurde zum Glück nicht darauf gebaut, dass Verdis bekannte Arien und Preziosen das Publikum von allein begeistern, im Gegenteil. Die Einbettung dieser Melodie («La donna è mobile») in den Kontext war tieftraurig, geradezu erschütternd. Man kann eigentlich nur Mitleid für das persönliche Resümee des Herzogs und Weiberhelden haben. Einsam und verlassen steht er da in luftiger Höhe, dieser lustbetonte und rücksichtslose Mensch und versteht die Welt nicht mehr, nachdem er erstmals echte Gefühle für das andere Geschlecht entwickelt hatte. (…) Die schnörkellose Umsetzung der Oper – die Solisten tragen keine Kostüme, sondern schwarz – wird durch die clowneske Uniformierung des Chors noch mehr betont. Detailreiche Videoeinspielungen (Vincent Stephan), Video-Livemit- schnitte und die Einspielung des deutschen Textes ergänzen das Bühnenspiel und geben den Zuschauern die Möglichkeit, sich ihr eigenes Bild von der Oper zu machen. Mit einer gewissen Selbstironie wird das Publikum auch durch verschiedene Kleinigkeiten immer wieder auf Distanz gehalten. (…) Dies ist episches Theater im brechtschen Sinne. Klasse.“ – SCHWEIZ AM SONNTAG August 2013

 

Ist die welt auch noch so schön

„Die Neuköllner Oper macht aus dem Berliner Klassiker „Frau Luna“ eine Einsamkeitsstudie. (…) Ulrike Schwab und Juliane Stadelmann  fokussieren sich in der intimen Studiobühne an der Karl-Marx- Straße nun nach innen. „Eine Einsamkeitsstudie“ nennen Regisseurin und Librettistin den berührenden Abend, der im Hier und Heute spielt. (…) Linckes populäre Melodien scheinen daher auch immer nur kurz auf, schälen sich wie Erinnerungsfetzen kurz aus dem urbanen Grundrauschen heraus. Meist wird lediglich eine Strophe der Gassenhauer wie „Wenn die Sonne schlafen geht, will ich dich erwarten“, „Leise nur, leise nur, keiner folgt unsrer Spur“ oder eben die „ Berliner Luft“ gesungen, mal solistisch, mal fünfstimmig, fast immer verfremdet. So wird aus der Posse Poesie. (…) Trotz der Schlichtheit der Sprechsprache, mit der die Darsteller sie formulieren, greifen die Texte weit aus ins Philosophische, gerinnen nicht selten zu Sentenzen. Und erfüllen doch ihre opernhafte Funktion, indem sie nämlich Seelenzustände umreißen, die mit Worten eigentlich nicht mehr zu beschreiben sind, die nach einer anderen Ausdrucksebene verlangen: nach Gesang. Dabei werden die Operetten-Nummern aufgewertet, wirken fast wie Kunstlieder, die von der Lebensrealität im heutigen Berlin erzählen: „Alles ist wie umgekrempelt, wenn einer an den andern rempelt.“ Sensibilisiert, mit feineren Antennen, geht der Besucher hinterher die nächtliche Karl-Marx-Straße entlang, schaut an den Fassaden der Gründerzeitbauten hoch, in die erleuchteten Fenster. Und fragt sich, hinter wie vielen von ihnen wohl die Einsamkeit wohnt.“ – TAGESSPIEGEL Mai 2019


„Das Thema ist ernst, die Darstellung amüsant. Ein Spagat, der gelingt. (…)
Fünf hohe, beklemmend schmale Boxen stehen Wand and Wand auf der kleinen Bühne der Neuköllner Oper. Darin bewegen sich die fünf Protagonisten, eingeengt in ihre begrenzten Lebensräume. Ihre Kleidung besteht aus demselben braunen Stoff. Der Einheitslook der Anonymität.
Keiner im Haus hat etwas vom Tod des alten Mannes mitbekommen. Herr K. hat immer laut Paul Linckes Operettenmusik „Frau Luna“ gehört. Drei Monate lang bemerkte niemand die plötzliche Stille. (…)
Die Musik aus Paul Linckes „Frau Luna“ als Grundlage für die Aufführung ist gut gewählt. Die kecke Berliner Operettenmusik steht im harten Kontrast zur leblosen Einsamkeit der Protagonisten.
Diese wird teilweise wunderbar ins Groteske gezogen, wenn Sopranistin Angela Braun in der Rolle der alleinerziehenden Mutter den Klassiker „Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“ anstimmt und dabei männchenmachend auf der Waschmaschine kniet. (…)
Fast scheint das Publikum mitschunkeln zu wollen, als das namensgebende Stück der Aufführung „Ist die Welt auch noch so schön“ überschwänglich angestimmt wird. Doch dafür sieht es zu kalt aus, wie die Protagonisten einzeln in ihren Boxen sitzen. Der Spagat zwischen amüsanter Darstellung und ernster Thematik ist hier gut geglückt Die 70 Minuten Spieldauer vergehen wie im Flug. Am Ende des Abends gibt es verdient donnernden Applaus.“ – INFORADIO Mai 2019

 

Whole Body Like Gone

„(…) Regisseurin Ulrike Schwab (hat )den Assoziationsreigen in Szene gesetzt. Und schon nach wenigen Minuten ist klar: Hier bahnt sich eine Inszenierung an, die ganz bewusst die Ratlosigkeit sucht. Und die Überforderung.(…) Für die Umsetzung dieses Ziels werden alle möglichen Formen des experimentellen Theaters eingesetzt: Die Close-Up-Kamera darf nicht fehlen wie auch der Knall und das Geschrei. (…) Und plötzlich, ganz unvermittelt, stellt sich die Sehnsucht nach einer festen Identität ein. (…) Der Mensch, so wie er ist, ist zwar vielschichtig. Doch am Ende sucht er nach Halt in einer orientierungslosen Welt. Auch das gehört zum Leben dazu.“ – TAGESSPIEGEL März 2018

Tako Tsubo

„In Ulrike Schwabs Regie bewegen sich die Solist_innen marionettengleich, rennen auf dem Platz oder kotzen sich aus. (…) Videoprojektionen von Augen, Händen und Volksmassen – in der seltsamen Absicht, „Ich will eine Maschine sein!“. (…) Die Regisseurin besorgt in „Tako Tsubo“ die Dekonstruktion des Bühnenaufbaus mit seinen drei fahrbaren Treppenelementen. Stoffbahnen werden abgerissen und geben den Blick frei auf einen entlaubten Baum, wie auch auf das treffliche 18 Mann-Orchester.“ – NMZ Mai 2017

Armida

„Ulrike Schwab (…) verwandelte für die Neuköllner Oper Glucks Musikstück aus vorrevolutionärer Zeit in ein aktuelles Feature, wobei sie eigene unverwechselbare Akzente setzte: Nicht die betörende Armida – die fremde Sarazene und schöne Muslima – steht im Mittelpunkt ihres Features, das eine Mischung aus Reportage und Dokumentation ist, in dem sich Schilderungen und Schlussfolgerungen rasch abwechseln. Vielmehr ist Kreuzritter Rinaldo, der in der Oper anders als in Tassos Erzählung den Namen Renaud trägt, die unbestrittene Hauptfigur des Stückes. Armida, verkörpert von Claudia Perez Inesta, durfte unterdessen in der Neuköllner Oper nur am Klavier ihre magisch virtuose Kunst beweisen. Am Ende der einstündigen Aufführung spendete das Premierenpublikum langanhaltenden, teilweise stürmischen Applaus. Längst vergessener Wahn, Ideologie und Fanatismus haben heute wieder Konjunktur. Aber dennoch: Diese Selbsterkundung war geglückt.“ – FACETTEN-MAGAZIN NEUKÖLLN September 2016

La Commedia è finita
Idomeneo – Die Kinder

 


EINDRÜCKE: 
Auf der Bühne


„Als Fee und Professorentochter Candida ergänzt die Sopranistin Ulrike Schwab das Ensemble, ein echtes Wahnwitzwunder. Hinreißend singt sie «Porgi Amor» aus Mozarts «Nozze di Figaro» und schmettert Koloraturen, die manche Königin in die Nacht treiben würden. Außerdem röhrt sie rockige Songs und kämpft im Stil einer Manga-Kriegerin. All das mit Riesencharisma.“ – 
OPERNWELT Januar 2016

Klein Zaches, genannt Zinnober

„Beeindruckend nicht zuletzt (…) die Rollschuh und Tretroller fahrende, durch die Luft fliegende über den Boden kriechende und dabei stets herrlich singende Sopranistin Ulrike Schwab.“ – DIE DEUTSCHE BÜHNE November 2015

Carmen
LULU / NANA

 „Beide Sänger müssen körperlich Erhebliches leisten, sich auf den Boden werfen, humpeln, springen, tanzen, klettern, dass es nur so eine Art hat. Daneben auch noch zu singen grenzt an Schwerstarbeit. Ulrike Schwab mit ihrer großen physischen und stimmlichen Präsenz ist zweifellos die herausragende Erscheinung des Abends. Außerdem scheint die Sopranistin, deren Auftritt ganz oben unter der Saaldecke beginnt, völlig schwindelfrei zu sein, da sie offenbar kein Problem damit hat, in drei Metern Höhe auf Eisenstangen zu balancieren und dabei auch noch zu singen.“ – TAZ Januar 2014

Opération spirituelle
Die Brust von der Frau aus Chur

„Ulrike Schwab strahlt als Linn mit geschliffenem Soprantimbre“ – TAGESSPIEGEL Januar 2011

Hauen und Stechen
Golem

 „Ulrike Schwab lässt da ihren glockenhell vibrierenden Sopran mit Samtrand hören.“ – ALLGÄUER ZEITUNG März 2009

Bilder
Klein Zaches: © Pedro Malinowski / Nobu Sama
Tako Tsubo: © Detlef Kurth & Mariya Boyanova
Iolanthe: © Yassu Yabara
Giovanni: © Matthias Heyde
Die Liebe zu den Drei Orangen: © Pascal Bünning
Wolfskinder: © Matthias Heyde
La Commedia è finita: © Kai Münch
Rigoletto: © Luzi Müller
Ist die Welt auch noch so schön: © Matthias Heyde
Whole Body Like Gone: © Zafraan Ensemble
Armida: © Matthias Heyde
Die Kinder: © Lucia Gerhardt
Carmen: © Matthias Dreher
Hauen und Stechen: © Thilo Mössner / Ioni Laibaroes
Die Brust von der Frau aus Chur: © Samuel Hof
Opération spirituelle: © Benjamin Krieg
Golem: © Matthias Heyde

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